Sie sind vermutlich noch nicht im Forum angemeldet - Klicken Sie hier um sich kostenlos anzumelden Impressum 
Sie können sich hier anmelden
Dieses Thema hat 0 Antworten
und wurde 166 mal aufgerufen
 die Chronik der Arena
morkai Offline

Reverend

Beiträge: 143

06.02.2014 16:07
Eine Geschichte von den Gegenspielern antworten

Es geht das Gerücht um, dass unsere diversen Gegenspieler irgendwo an einem Lagerfeuer sitzen und darüber maulen und sinnieren wie schlecht die Welt ist und wie böse und gemein doch die Arena zu ihnen war. Das ist selbstverständlich ein Gerücht ohne auch nur den geringsten Funken Wahrheit, wie dieses Excerpt aus den Chroniken von Leng beweist.
*************************************************************************************************************************
Der Himmel hat ein tiefes Schwarz in das Wolken und einige verzweifelte Sterne verwirrende Muster schleifen. Es ist das Ende der Nacht, der Moment bleierner Müdigkeit der einem den Sinn für das Erwachen raubt.

Es ist immer Nacht auf dieser Hochebene und das kleine Feuer das hier brennt verdichtet die umliegende Dunkelheit nur zur greifbaren Schwärze.

Am Feuer sitzen Kaffehändler, Kriegsfürsten und Dämonen, sie beäugen den neuesten Zugang. Die hochgewachsene dunkelhaarige Frau bewegt sich langsam und betont, wie in den ersten Schritten eines Tanzes und der vertraute Blick, den sie mit den höllischen Fürsten wechselt, deutet auf ein tieferes Kennen zwischen ihnen.

„Sie haben mich nicht erwischt“ sagt die Frau, so als hätte das eine Bedeutung. Sie setzt an noch etwas mehr zusagen, aber das dünne Lächeln des Kaffeehändlers bringt sie zum Verstummen.

Sie lässt sich langsam auf einen leeren Platz am Feuer sinken. Schweigen herrscht wieder in der der Runde um das Feuer.

Irgendwann sieht die Hexe auf, ihr Blick gleitet zu einem leeren Platz am Feuer: „Es ist Zeit“. Die Augen und übrigen Sehorgane der Runde folgen ihrem Blick. Nur der Blick des Kaffeehändlers verharrt einen Moment auf der Hexe, eine Augenbraue hochgezogen, leicht mitleidiger Zug um den Mundwinkel, ein Gesicht, dass ein Bruder für seine leicht begriffsstutzige Schwester reserviert.

Aber schließlich schaut auch er weiter und in seinen Augen flackert noch ein wenig von der gespannten Erwartung auf das neue Wesen. Erwartung, die ihm vor einigen tausend Ewigkeiten noch etwas bedeutet hat.

Ein leichter Wind kommt auf und die Flammen des Lagerfeuers biegen sich und Gestalten nehmen gerade eben noch keine Formen in dem Flackern an. Angestrengt starren sie alle und in der Schwärze hängen Flecken aus Nachbildern und Migräneimagos. Der Wind wird stärker, eine greifbare Spannung liegt über der Ebene, der Druck in den Ohren steigt und der Atem wird sichtbar.

Ohne ein Geräusch zerreißt die Spannung.

Der Kaffeehändler pfeift leise, inzwischen sind beide Augenbrauen nach oben gewandert.

Die Hexe atmet etwas schneller ihre Lippen sind feucht und leicht geöffnet: „Interessant.“ Flüstert sie.

Und vom leeren Platz breitet sich eine eisige Kälte aus. Die Schwärze der Nacht verformt sich und fällt in sich zusammen. Das schwache Lichte der Ebene krümmt sich zu einem gleißenden Punkt. Totale Leere manifestiert sich und nimmt einen Augenblick später Form an. Ein menschliches Pärchen dreht sich auf den Platz, ihre Wangen sind gerötet und ihr Atem geht schnell, er ist das Sinnbild des bleichen Edelmutes.

Beide blicken sich tief in die Augen.

Ihre Umgebung tröpfelt ihnen langsam ins Bewußtsein und die beiden sehen – ertappt – auf.

Sie stolpert erschrocken nach hinten, er nimmt einen Schritt nach vorne. Kaum gefesselte Neugier strahlt er aus. Hände, Füße, Tentakel und Schleim rutschen langsam und ganz vorsichtig von ihm weg. Er schaut einen Augenblick lang auf seinen Platz am Feuer. Links und rechts ist viel Platz, aber es ist ein einzelner Sitz. Sie nimmt seine Hand, während sein Blick langsam über die Gestalten in der Runde schweift und mehr und mehr an Interesse verliert. Die Augen der beiden fangen sich wieder ein. Ihre Hände greifen sich fester. Hand in Hand verschwinden die beiden gemeinsam im Dunkeln. Man hört sie noch einige Male kichern.

Es ist immer Nacht auf dieser Hochebene und das kleine Feuer das hier brennt, brennt nun etwas dunkler.

Auf der Hochebene verstreicht die Ewigkeit, kleinere Übel und größere Geister streifen um den Kreis am Feuer. Doch sie sind zu schwach, um einen eigenen Platz zu fordern und nicht so keck wie der Kultist mit dem Eimer, der macht sich erst hier, dann da zu schaffen und plötzlich sitzt er in der Runde. Unverschämt dicht an der Hexe hat er seinen Eimer abgestellt, über den er ein blutiges Wischtuch gebreitet hat. Er schaut ihr unverschämt ins Gesicht, während sie einen wenig beeindruckten Blick von Kopf bis Fuß gleiten lässt. “Na Lust dir die Zeit zu vertreiben?“ fragt er. Die Hexe spuckt einen hässlichen Fluch und die Gestalt des Arenaputzers flimmert, wird kurz von der Form einer Kröte überlagert, bevor er seine menschliche Gestalt festigt. Sein Blick ist falls möglich noch unverschämter geworden und um ihn verdichtet sich langsam die Macht seines dunklen Meisters.

Die Hoffnung auf ein wenig Ablenkung ist allen in die Gesichter – in Ermangelung eines besseren Begriffes für das was uns einige der Anwesenden zuwenden – geschrieben. Aber bevor die beiden in der ein oder anderen Art zur Sache gehen können, reißt der Himmel auf.

In einem hellen Lichtstrahl sinkt auf Schwanenflügeln ein dicker und staubiger Foliant herab. Mit deutlichem hörbarem „Thunk“ kommt er auf einem leeren Platz am Feuer zu liegen. Das Licht erlischt, während die Flügel verblassen, dann klappt das Buch klappt auf und eine Wolke aus Staub glitzert in dem sanften Schein, der von den Seiten ausgeht.

„Das ist zuviel! Der Kaffehändler springt fluchend auf, ihm ist der Abscheu deutlich anzusehen.

Mit einem Gurgeln dem die Verzeiflung deutlich anzuhören ist, gleitet ein formloser Schleim aus dem 7.Kreis der Hölle nach vorne und wirft sich gibbernd in das kleine Lagerfeuer – das ihn zu übelriechender Asche verbrennt.

Eine Succubus legt dem Kaffeehändler eine beruhigende Hand auf den Arm – gestern hätte sie das noch ihre Finger wenn nicht mehr gekostet, aber auch sie versucht ihn stetig zwischen sich und dem Buch zu halten.

Das ________Buch schlägt zu und unsere Geschichte beginnt.

-------------
Nüsse sind schutzlose “Pflanzenembryos”. So wehren sie sich auf biochemische Weise mit diversen Antinährstoffen. Daher ist es nicht weiter überraschend, wenn sie auf ähnliche Weise problematisch sind wie Getreide.
_----------------------

 Sprung  
Xobor Einfach ein eigenes Forum erstellen | ©Xobor.de