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Dieses Thema hat 41 Antworten
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 die Chronik der Arena
Seiten 1 | 2 | 3
Maeve Offline

Chef-Chefin


Beiträge: 1.848

18.04.2013 08:18
#41 RE: die Chronik der Arena der Gladiatoren antworten

Roter Vorcon, nur ein kleines Schmankerl:

Als Maeve morgens in die Taverne kommt und sich suchend umsieht entdeckt sie Ariann. Viel los ist nicht, in der Ecke sitzen ein paar wichtig aussehende Herrschaften und eine nicht unbedeutende Menge an eingedosten (nicht "gedösten") Rittern. Gedämpfte, leise Stimmung und Ariann und Maeve beschließen, da es draußen eklig ist, daß das der passende Zeitpunkt ist um "Auf in die Schlacht" nochmal zu singen, einfach nur zum Spaß und weil sie Lust haben. Gestern haben hier wohl auch zwei andere Barden Musik gemacht und niemand hat sich dran gestört...oder zumindest indirekt, man hat sich nicht beschwert als sie aufgehört haben.
Zuversichtlich, daß ihnen das niemals passieren kann legen die beiden los. Mittendrin kommt so ein kleiner verhuschter Typ an den Tisch, würdigt die beiden keines Blickes, beugt sich aber zu Magier Adrian hinunter und flüstert dem etwas zu. Er bekommt einen schrägen Blick von Adrian und eine Antwort und haut unverrichteter Dinge wieder ab.

Der junge Mann kam wohl mit dem Auftrag von Haus Nirakis an, sie hätten Ratssitzung und wir mögen das Singen doch auf später vertagen oder woanders singen, da dsas gerade etwas störe...oder so ähnlich, eine eigentlich höfliche Bitte. So etwas kommt vor und es wäre auch gar kein Problem gewesen aber warum zum Teufel redet der Bengel nicht mit uns sondern mit Adrian und wieso formuliert er seine "Bitte" so formlos und unverschämt, daß Adrian einen Heidenspaß dabei hat, ihn mit den Worten "Ich weiß ja nicht, wer Deine Herrin ist aber wenn's ihr nicht paßt soll sie doch woanders reden gehen!" antwortet. Worauf Adrian sich gemütlich zurücklehnt und beginnt, von zehn abwärts zu zählen. Naja, Maeve und Ariann haben jedenfalls absolut nichts mitbekommen, wie denn auch.

Es dauert gefühlte 30 Sekunden (Adrian kann höchstens bei 4 angekommen sein) dann steht ein Vollgeplatteter vor uns am Tisch, daß ihm kein Qualm aus den Ohren dampft ist auch schon alles und brüllt uns an: "Wenn ihr nicht augenblicklich das Maul haltet, schlage ich euch den Kopf ab!"
Schockierte Totenstille in der Taverne. Maeve und Ariann, beide gleich ungläubig und angefressen: "WIE BITTE???"
Hat dieser junge "Ritter", eine der Schwurklingen von Haus Nirakis denn noch nie gehört, daß es keine gute Idee ist, Barden mit dem Tod zu bedrohen?
Noch während Ariann daran denkt, ihre Gitarre wegzuwerfen um an ihre Dolche zu kommen und Maeve sich überlegt ob sie der Einfachheit halber gleich mit dem Akkordeon werfen soll steht Adrian wutschnaubend vor dem Mann: "Du DROHST diesen beiden Bardinnen?"
Kul steht schon hinter dem Mann, Hand am Schwertgriff und sieht auch nicht erbaut darüber aus, wie der Kerl mit seiner Frau spricht. Und aus der Ecke vom Ratstisch her kommt Dragan angestürmt wie ein gereizter Stier und brüllt noch lauter: "Wie redest Du mit meiner Verlobten???"

Naja, große Verwirrung, kurz sieht es aus, als würden als nächstes Fäuste und Schwerter fliegen, der Krieger wirkte nicht mehr ganz so selbstsicher, die Herrin Niamh mußte sich persönlich herbemühen, um Klärung zu schaffen, wie was nicht gemeint war und wer was wie falsch verstanden hatte und hat sich in aller Form bei uns entschuldigt, die Sturmklinge hat sich eine Entschuldigung irgendwie abgerungen und dann war erstmal Ruhe...vorläufig.
Ariann und Maeve sind so beleidigt, wie es nur geschmähte Barden sein können und ziehen mit erhobenen Nasen ab.

Den ganzen Tag hat Maeve auf eine Gelegenheit gewartet, sich an dem Typen zu rächen, egal ob er was dafür kann oder nicht. Da läßt er schon seinen Helm herumliegen, soll man reinpinkeln, ihn in den Wald werfen, ihn in die Tanne werfen? Alles zu kindisch. Es ist Abend, die letzte Schlacht gegen die Chaoskrieger hat gerade ihr Ende gefunden, Maeve steht müßig mit Rhuna und ihrer Heilertasche auf dem Feld herum, plaudert, sieht sich das Chaos an und hat es bisher erfolgreich geschafft, sich um jede Heilung herumzudrücken - sind ja genug andere da. Da plötzlich sieht sie, wie die Sturmklinge humpelnd zur nächsten Sitzgelegenheit geht und hört den Ruf nach einem Heiler. Maeve stürmt los, durch aufspritzenden Schlamm, rempelt drei andere Heiler beiseite, "Der gehört mir!"...und kümmert sich dann mit Rhunas Hilfe sehr aufopfernd und professionell um die Sturmklinge, die einen Pfeil im Knie stecken hat. Es ist sehr kompliziert, dauert sehr lange und es geht furchtbar viel schief...aber niemand kann ihr den guten Willen absprechen, ihrem Patienten zu helfen. Und daß sie nur noch einen Schluck Schmerzmittel hat und der arme junge Mann neben dem Ritter so aussieht als bräuchte er den viel dringender, das ist doch nicht ihre Schuld. Genau so wenig, daß Rhunas erster Nähversuch ein bißchen in die Hose, genauer gesagt in den Nerv geht. Die Sturmklinge erträgt alles mehr oder weniger mannhaft, nur am Ende meint er etwas kleinlaut. "Du warst eine von den Bardinnen von heute morgen, oder?"

Maeve tätschelt ihm wohlwollend die Backe, sie ist sehr glücklich und zufrieden mit sich selbst. "Das hat jetzt aber gedauert!"
Die Arenaten kommen vorbei, Dragan und Ariann bei ihnen. Ariann fällt die Kinnlade herunter, als sie sieht, wen Maeve da verarztet, soll der Kerl doch sterben gehen. Im Regen. Allein. An einem Knieschuß. "Maeve, was zur Hölle machst Du da?"
Maeve dreht sich um, ein seliges Lächeln im Gesicht, das für Ariann einen Hauch von Wahnsinn beinhaltet. "Ich HEILE ihn!"
Ariann braucht eine Sekunde, ehe der Groschen fällt: "Du machst was? Aber waru...oh!", macht sie höchst irritiert, ehe sich auf ihrem Gesicht ein ähnliches Lächeln wiederspiegelt. "Oh, na dann, viel Erfolg!"

Rache ist süß und sollte am besten kalt genossen werden, aber Maeve kann sich nicht helfen, das letzte Wort in dieser Sache ist noch nicht gesprochen und außerdem hat es ja schon Tradition, daß jeder, der einen Barden mit dem Tod bedroht oder versucht, ihm das Maul zu verbieten damit rechnen muß, Opfer eines speziell für ihn gedichteten Liedes zu werden. Und auf dieser Insel hatte es eine Menge Dinge gegeben, die es wert waren, vertont zu werden.
Chaoskrieger, die sich mitten auf der Insel des Roten so gemütlich einrichten, als wärs ein höllischer Schwefeltopf...
Lady Niamh, die umständehalber gezwungen war, vernünftig, verständnisvoll und entschuldigend zu sein...
Ritter Helmbrecht, der so ziemlich jedem durch sein...äh...umgängliches Verhalten aufgefallen war und den Ausspruch getätigt hatte: "Bauern? Das ist verzichtbares Humankapital!"...und das neben Gwen.
Ritter Berkenbrecht, der etwas übereifrig Gwen umgeschlagen hatte, als er befürchten mußte, sie sei vom Chaos besessen, wo sie nur das Feuer des Roten Drachen beseelt hatte und sie noch die Queste erfüllen wollte, die der Avatar ihr aufgedrückt hatte...
Und eben die Sturmklinge, die noch nie eine Warnung bezüglich "Wer Barden bedroht" gehört zu haben scheint...
Oh ja, Ariann und Maeve werden einiges zu tun haben.


Und so ganz OT, was uns enorm freut: Ein uns völlig Unbekannter kam zu uns und wollte gerne das Lied 'O la Familia' hören, meinte, er hätte uns wiedererkannt und wir seien doch die vom Wettbewerb in Aldradach gewesen. Was wir zu dem Zeitpunkt nicht wußten ist, daß es das Lied wohl in kompletter epischer Breite auf das Drachenfestvideo geschafft haben muß. Wenn das kein Grund ist, sich die DVD zu holen...;-)

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Maeve Offline

Chef-Chefin


Beiträge: 1.848

13.02.2014 12:21
#42 RE: die Chronik der Arena der Gladiatoren antworten

Winterlager der Arena 2014
7.-9. Februar Petershof


Wie will man unter solchen Umständen einen Erben für ein kleines Gut an den Grenzen Tiwas ausfindig machen?
Ein Gut, deren Herren es durch die Wirren der letzten Jahre nicht nur immer geschafft haben, der Aufmerksamkeit der Obrigkeit zu entgehen und somit auf einem Fleckchen Niemandsland zu sitzen, um das sich Orlok und Tiwa streiten können, sondern auch ein Gut, deren Bewohner es geschafft haben, allesamt in einer düsteren Winternacht des letzten Jahres zu sterben, ohne daß man wüßte, wer für was verantwortlich ist?

Die Dorfbüttel haben sich zwar redliche Mühe gegeben aber ihre Fallakte ist bestenfalls dürftig. Es gibt keinen offenkundig Schuldigen, dafür aber mehrere erbberechtigte Familienlinien mit Nachfahren zum Teil sehr zweifelhafter Herkunft. Das Recht des Grafen von Tiwa gilt hier nicht und so ergreift die Kirche Lothariens die verzweifelte Maßnahme, den ehrenwerten Magister Arno Brenner sowie seine integre Assistentin Frau Friedensreich mit der Aufgabe zu betrauen, mit Ablauf der einjährigen Karenzzeit einen Erben ausfindig zu machen und nach Möglichkeit die Lage aufzuklären, denn der Erbe darf natürlich niemand sein, dessen Vorfahr sich eines Verbrechens schuldig gemacht hat, das ihn in der Erbreihenfolge begünstigen würde. Sollte niemand gefunden werden, dem das Gut zufallen könnte, wird es dem Schirmherrn Andurins zugesprochen. Das gefällt beileibe nicht jedem, gibt es doch persönliche Schulden delikater Art, die man keinesfalls in den Herren des Schirmherrn sehen möchte.
Weiterhin munkelt man von einem Schatz, den eine der Damen des Hauses in Sicherheit gebracht hat und dann gibt es da noch drei Artefakte, die darauf bestehen, ein besonderes Verfahren zur Ermittelung ihrer zukünftigen Herren zu benötigen. Wo kommt man denn da hin, wenn jetzt sogar das Inventar Sonderwünsche stellt?

Durch intensive Arbeit ist es den beiden Rechtsgelehrten gelungen, einige Erbberechtigte ausfindig zu machen und da die Arena ohnehin ein Fest veranstaltet und viele Herren von Stand, so auch aus Tiwa anwesend sind, kann man denen einen Großteil der Arbeit überlassen.
Schließlich wollen Magister Brenner und Assessorin Friedensreich diese leidige Angelegenheit nun möglichst rasch über die Bühne bringen, um dann ihren eigentlichen, viel wichtigeren Aufgaben nachgehen zu können, gilt ihre Leidenschaft doch einem ganz anderen Zweig der Jurisdiktion...
Erschwert wird das Verfahren durch Geister, die ihre eigene Sicht der Dinge durch Besessenheiten anderer Leute darstellen, Tote, die nicht da liegen, wo sie liegen sollen, Tote, die dort liegen, wo eigentlich keiner liegen soll, eine Unzahl an schriftlichen Nachweisen und Dokumenten im Nachlaß, ein einziger Wust, der erst einmal gesichtet werden muß. Gifte und Gegengifte, Intrigen, List, Verrat, Mordwerkzeuge und Botschaften in Lumpenpuppen, Inzest, Eifersucht, Liebe, Haß, Rache, es ist alles vorhanden.
Ein Stammbaum, der jeden Heraldiker das Fürchten lehrt, Säuglingsgräber im Mondschein, Graböffnung im Mausoleum zur nächtlichen Stunde – wenn auch mit dem Segen eines roten Priesters („Ihr wollt meinen Segen? Das ist der Rote Weg: Macht's auf wenn ihr es aufmachen wollt und lebt mit dem, was ihr freisetzt, Himmel noch eins!“).
Versteckte Botschaften in Bildern, die Präsenz des Dunklen, gefährliche Prüfungen von Artefakten, die sich neue Herren suchen, gefälschte Dokumente, Lügen und Manipulationen, ein fehlendes, legitimes Testament und ein falsches Testament sorgen für reichlich Verwirrung.

(Spekulationen der Spieler: "Wenn wir die Artefakte haben, dann verzaubern sie ihre Träger und am Ende verwandelt sich der Anwalt in den bösen Oberdämon und spätestens bei der Gerichtsverhandlung werden alle verrückt und greifen sich an und dann werden wir alle sterben - Aaaaaarghs!!!!"

Dennoch findet sich alles pünktlich Jahr und Tag nach den Ereignissen im großen Saal zur Erbschaftsfindung um 17 Uhr ein, wo Magister Brenner gnadenlos und streng nach Fakten urteilen wird.
Niemand hat je behauptet, daß gesprochenes Recht auch nur das geringste mit Gerechtigkeit zu tun hätte...



Protokoll des Verfahrens zur Erbschaftsfindung, respektive der Testamentsvollstreckung im Casus Gut Ravenstein, gegeben zu Gut Ravenstein, Andurin zur 17. Stunde des 39. Urdoria 11237 n. Z. F.

Den Vorsitz führt Magister Arno Brenner, das Protokoll führt Assessorin Friedensreich

(Anm. Frau Friedensreich: und wem das nicht paßt, der soll doch selber Protokoll führen!)

Magister Brenner begrüßt die Anwesenden und erklärt Ihnen den Zweck des Verfahrens. Es gilt festzustellen, wer als Erbe des Gutes in Frage kommt und dessen Anspruch zu untermauern, indem die erbberechtigte Person darlegt warum sie erbberechtigt ist und wie der Erbschaftsanspruch in die Vorfälle des Abends des 38. Urdoria im Jahr 11236 hineinpaßt, unter besonderer Berücksichtigung der Feststellung der Schuldigkeit oder Unschuld des Vorfahren der Person an den Todesfällen vor Jahr und Tag.

Magister Brenner informiert die Anwesenden über die Strafen, die zu zahlen sind, sollte man sich nicht gemäß der Ordnung des Gerichts verhalten. Angesprochen werden gemäß geltendem Recht folgende Verstöße:
- Unbefugtes Reden und Zwischenrufe werden mit 2 Kupfer geahndet, die Summe erhöht sich bei Wiederholung bis zu 5 Silberstücken.
- Unflätigkeiten jeglicher Art werden abhängig vom Einkommen des Störenfrieds geahndet.
- das unerlaubte Verlassen und Betreten des Saales wird mit 2 Kupferstücken geahndet.
- Ziehen der Waffen oder Bedrohen der Bediensteten des Gerichts können mit Schlagen in Acht und Bann durch die Kirche Lothariens bestraft werden.
- das Verwenden der Waffen gegen andere Zuschauer oder Teilnehmer wird mit dem üblichen Strafmaß bei Körperverletzung oder Totschlag oder Mord bestraft.

Kaum hat Magister Brenner die Strafen verkündet erscheinen Frau Gwen sowie Herr Eysenschneid und Frau Finnwe, also das versammelte anwesende Haus Nirakis, verspätet zur Verhandlung als die Türen bereits geschlossen sind und werden mit je 2 Kupfer von Magister Brenner verwarnt.


Für das Protokoll: Beginn des Verfahrens um 17 Uhr und 10 Minuten

Einen berechtigten Erbanspruch melden an:
- Cassandra Bywater
- Raven, mutmaßlich Viviane von Ravenstein
- Helena von Hohenheim

Die Personen verzichten auf Anfrage darauf, einen Vertreter zu bestellen. Es folgt die erste Anhörung der Erbanspruchstellenden.

Aufgerufen wird Frau Cassandra Bywater:
Frau Bywater erklärt, die Tochter von Pantaleon Corvin, und somit die Enkelin des ehemaligen Gutsherrn Arminius Corvin zu sein. Sie untermauert ihren Anspruch mit der Vorlegung einer Heiratsurkunde ihrer Eltern, Pantaleon Corvin und Lavinia Longlegs, getraut in der Kapelle zu den Auen (hat das mal jemand ins Castillianische übersetzt?) von einem Priester Siegfried Roy und unterschrieben von den Zeugen Johannes der Säufer sowie der Roten Else, des weiteren legt sie eine handschriftliche Einladung ihrer Eltern zu einem Zechgelage anläßlich der Geburt ihres Kindes vor. Beide Dokumente wurden bereits von Magister Brenner überprüft und für echt befunden.
Ebenfalls legt Frau Bywater einen Taufschein vor, der auf den 2. Mai 11211 datiert ist. Aufgrund einer nicht genannten Gottheit, in deren Namen das Kind getauft wurde müssen im Moment Zweifel an der Echtheit dieses Dokumentes bestehen.

Für die Darlegung der Vorfälle erbittet sich Frau Bywater Hilfe von Frau Tamila. Magister Brenner gibt dem statt und vereidigt Frau Tamila als Zeugin für Frau Bywaters Anspruch zu einem späteren Zeitpunkt.

Aufgerufen wird Frau Raven:
Frau Raven beruft sich auf ein Portrait im Speisesaal, das Viviane von Heiligenfeld-Ravenstein darstellt und das eine verblüffend große Ähnlichkeit mit ihr aufweist. Sie sagt aus, Ereignissen beigewohnt zu haben, die Erinnerungen an Vergangenes in ihr wachgerufen haben. Sie gibt an, die Tochter von Malvine von Heiligenfeld-Ravenstein zu sein und an besagtem Mordabend nicht anwesend gewesen zu sein. Dies können mehrere Zeugen bestätigen.
Sie beschuldigt ihre ältere Schwester Venetia, die Verwandte namens Violetta mit Gift ermordet zu haben und sie selbst in jungen Jahren aus Eifersucht entführt zu haben, was zu einem Gedächtnisverlust führte.

Magister Brenner kann sich nicht ausschließlich auf Erinnerungen beziehen. Auch ist es nicht Gegenstand dieser Verhandlung die Schuldigkeit Venetia von Heiligenfeld-Ravensteins an einer vor langer Zeit stattgefundenen Entführung festzustellen und da weitere schriftliche Beweisstücke für Frau Ravens Herkunft fehlen wird ihr Erbanspruch nicht anerkannt.

Aufgerufen wird Helena von Hohenstein:
Frau Hohenstein glaubt, die leibliche Tochter von Arminius Corvin zu sein, gezeugt mit einer Unbekannten, es fällt der Name Cäcilie, die von ihm im Nordturm gefangen gehalten wurde. Sie legt eine Einladung von Arminius Corvin vor, in der er von einer wichtigen Mitteilung spricht, die er der Familie zu machen habe und die nicht zu ihrem Schaden sein soll. Sie sagt aus, aufgrund widriger Reiseumstände erst am Schauplatz eingetroffen zu sein, als bereits alles vorüber war und behauptet, ihr Vormund Arminius Corvin hätte sie niemals mittellos zurückgelassen. Des weiteren liegt dem Magister ein Testamentsdurchdruck vor, der leider keinerlei Namen nennt. Der Durchdruck legt lediglich den Verdacht nahe, daß es ein Testament von Arminius gegeben hat aber da dies nicht aufgefunden wurde und jegliche offizielle Anerkennung Helena von Hohenheims sowohl als anerkanntes Mündel als auch als legitime Tochter von Arminius fehlt muß ihr Anspruch als null und nichtig gelten.
Frau Helena von Hohenheims Erbanspruch wird hiermit nicht anerkannt.

Somit bleibt Frau Bywater als einzige Erbanspruchstellende übrig.

Frau Finnwe Sommertag unterbricht in ungebührlicher Weise die Verhandlung. Das Strafmaß wird auf 2 Kupfer festgelegt und Frau Finnwe wird von Assessorin Friedensreich ermahnt, dem Magister gegenüber einen angemessenen Ton anzuschlagen.
Dennoch wird Frau Finnwe gestattet, ein Schriftstück vorzulegen, das sie unter einem Tisch im Arbeitszimmer klebend vorgefunden haben will.
Es handelt sich mutmaßlich um ein Testament von Herrn Arminius Corvin.
Frau Helena von Hohenheim zweifelt augenblicklich die Echtheit des Testaments an. Einer Wortmeldung von Herrn Maruk wird stattgegeben, er möchte wissen, wann das Testament gefunden wurde.
Frau Finnwe meint, es sei vor nicht langer Zeit gewesen, Herr Maruk besteht darauf, das Arbeitszimmer mehrfach akribisch durchsucht zu haben und dabei unmöglich ein unter dem Tisch klebendes Testament übersehen haben zu können.

Magister Brenner ruft nach öffentlichem Vorlesen des Testaments Frau Dana ten Trakon auf, die in diesem Testament nach einigen Dienstjahren auf dem Gutshof als einzige vertrauenswürdige Freundin von Arminius Corvin genannt wird, weswegen er wünscht, das Gut ihr zu vermachen.

Herr Ritter Berkenbrecht meldet sich zu Wort und äußert Zweifel. Er bittet um Ansicht des Dokuments.
Magister Brenner fragt Frau ten Trakon ob sie Kenntnis vom Auffinden dieses Testaments gehabt habe oder ob sie überhaupt von seiner Existenz gewußt habe. Frau ten Trakon verneint beides.
Magister Brenner fragt pro forma ob es drei Herren von Stand und Adel gibt, die bereit sind, mit ihrem Ehrenwort dafür einzutreten, daß dieses Testament echt ist.
Da sich niemand bereit erklärt, gestattet Magister Brenner die Überprüfung des Testaments auf Bitte von Herrn Ritter Berkenbrecht.

Zuvor richtet er die Frage an Frau ten Trakon ob sie tatsächlich im Dienste der Familie gestanden habe, diese Frage wird bejaht. Sie habe in den Diensten der Familie Corvin einige Zeit verbracht, diese Dienstzeit liegt aber schon etwa ein Jahrzehnt zurück.

Als Prüfer des Dokuments wird Herr Ritter Berkenbrecht bestimmt, der um die Unterstützung des Aldradacher Richters Herrn Pfeffersack bittet. Auch Herr Pfeffersack gibt an, das Zimmer gründlich durchsucht zu haben und ebenfalls unter den Tischen nachgesehen zu haben.
Magister Brenner fragt pro forma, ob Herr Pfeffersack bereit wäre, sein Ehrenwort zu geben, daß dieses Testament weder zur 11. noch zur 15. Stunde, als die Durchsuchungen stattfanden, unter einem Tisch im Arbeitszimmer geklebt habe. Der Richter ist dazu nicht bereit.
Magister Brenner äußert die berechtigte Vermutung, daß das Testament dort deponiert worden sein könnte und fragt Herrn Pfeffersack nach seiner diesbezüglichen Ansicht, was zu Unruhe führt.
Frau Finnwe äußert Unmut darüber, daß man ihr Wort in Zweifel zöge, nur weil sie nicht von Stand sei, Herr Ritter Berkenbrecht widerspricht ihr und zweifelt lediglich die Echtheit des Testaments an, Herr Dragan ten Trakon widerspricht wiederum, daß Herr Berkenbrecht Finnwe nicht widersprochen habe und Herr Berkenbrecht gibt zu Protokoll, mit seinem Ehrenwort für die Redlichkeit Frau Finnwes geradezustehen, sie sei über alle Zweifel erhaben.

(Anm. von Assessorin Friedensreich: Daß immer diese lästigen emotionalen Zurschaustellungen ins Spiel kommen müssen. Man kann keine einfachen Tatsachen festhalten oder Fragen stellen, ohne das irgendjemand sich gekränkt fühlt. Würden sich doch alle so einfach an die Fakten halten wie der verehrte Magister Brenner...)
Nachdem sich die Gemüter beruhigt haben und für die ungebührlichen Unterbrechungen Strafen von 2 Kupfer jeweils für Frau Finnwe und Herrn Dragan festgelegt wurden bestimmt Magister Brenner, daß ein plötzlich auftauchendes Testament ohne einen beleumundeten Zeugen berechtigte Zweifel an seiner Echtheit aufkommen läßt.
Aufgrund dieser mangelnden Plausibilität soll das Verfahren für eine Viertelstunde unterbrochen werden, damit die Echtheit des Dokumentes überprüft werden kann.
Herr Berkenbrecht fragt nach, was geschieht, wenn eine Partei auf das Erbe verzichten würde, Magister Brenners Antwort lautet, dann greife die Reihenfolge nach der Blutlinie, so wie vorgesehen falls es noch mehr Erben gäbe.

Magister Brenner kündigt soeben die Unterbrechung von 15 Minuten an als sich Herr von Felstal ungefragt zu Wort meldet und dafür mit der Strafe von 2 Kupfer verwarnt wird. Herr von Felstal insistiert und bekommt, da das Verfahren bereits unterbrochen ist, 4 Kupfer Strafe, die auf 6 Kupfer erhöht wird, als er zum dritten Mal unterbricht. Herr von Felstal wirft daraufhin 1 Silberstück auf den Tisch, als Vorauszahlung für weitere Unterbrechungen und besteht darauf, Gehör zu finden. Magister Brenner unterrichtet ihn davon, daß er Gehör finden wird, sobald die Verhandlung weitergeht. Herr von Felstal fügt sich unter Protest.

Das Verfahren pausiert von 17.45 Uhr bis 18.00 Uhr. Die Herren Berkenbrecht und Pfeffersack widmen sich in der Pause unter den Augen von Magister Brenner und Assessorin Friedensreich der ausführlichen Begutachtung des Testaments.

Für das Protokoll: Wiederaufnahme des Verfahrens um 18.00 Uhr:

Nach der Pause bekommt Herr Berengar von Felstal das Wort. Er führt an vorhin lediglich den Vorschlag geäußert haben zu wollen, daß man die Handschrift auch mit den Wirtschaftsbüchern, nachweislich von Arminius Corvin geführt vergleiche, eine Maßnahme, die die Herren Berkenbrecht und Pfeffersack glücklicherweise bereits getroffen haben.

Magister Brenner fragt die Herren Berkenbrecht und Pfeffersack ob sie zu einem Urteil gekommen seien. Herr Berkenbrecht meldet berechtigte Zweifel an der Echtheit des Testaments an, da das Schriftbild im mittigen Teil variiere, gibt aber an, nicht ausschließen zu können, daß jemand anders den Mittelteil für Herrn Corvin übernommen haben könnte, und Herr Corvin dann den abschließenden Teil wieder selbst formuliert haben könnte. Auch Herr Pfeffersack führt Zweifel an, weist aber auf die große Ähnlichkeit der Schriftbilder hin.
Die Herren können sich eindeutig nicht entschließen, das Testament eindeutig für echt aber auch nicht eindeutig für unecht zu befinden.

Magister Brenner beschließt mit dem wenig plausiblen Anspruch Frau Dana ten Trakons, die selbst Zweifel an diesem Anspruch äußert, den dubiosen Umständen des Auffindens des Testaments und der Weigerung der Herren auf Anfrage pro forma, mit ihrem Ehrenwort für die Echtheit oder die Falschheit des Testaments einzustehen das vorliegende Testament nur unter Vorbehalt zu berücksichtigen.

Magister Brenner konzentriert sich zunächst auf die Feststellung, ob Frau Cassandra Bywater überhaupt erbfähig ist oder nicht. Dazu bedarf es einer gewissen Klärung der Mordumstände, jedoch nicht der Klärung des genauen zeitlichen Ablaufs, da Pantaleon Corvin zu diesem Zeitpunkt schon tot war.

(Anm. Assessorin Friedensreich: Das Todesdatum Pantaleons auf dem Sarkophag in der Familiengruft ist eindeutig, doch die Heiratsurkunde Pantaleons und Lavinias weist ein späteres Datum auf...glücklicherweise ist es nicht an uns zu entscheiden, ob die in diesem Falle erfolgte Bigamie oder der vorgetäuschte Tod eine Erbfolge ausschließen, was nur von Bedeutung wäre, wenn es noch andere Erben aus seiner Familienlinie gäbe...)

Magister Brenner fordert die Klärung ob Pantaleon Corvin an den Vorfällen des Mordabends beteiligt war oder ob seine Erbfähigkeit und damit die seiner Nachkommen, zu denen Frau Bywater zählen würde bestätigt werden kann und erteilt der Zeugin Frau Tamila das Wort.

Frau Tamila benennt aufgrund des komplizierten Sachverhalts Herrn Miro und Herrn Antonius als Helfer und Mitzeugen in der Sache Frau Bywaters. Magister Brenner gibt dem statt und erteilt ihr das Wort.

Frau Tamilas Aussage:
Wann genau Arminius Corvin starb ist unbekannt. Es ist aber bekannt, daß Jadwiga vor Gislindis starb, vor Dora und Domenica und vor Rudgar, vor Ottilie und diese vor Valentin und Venetia. Teilweise konnten Verantwortlichkeiten aufgedeckt werden.
So erwürgte Gislindis ihre Schwester Jadwiga mit einem Seidentuch, Dora und Domenica griffen, von Venetia angestiftet später Gislindis an und erschlugen sie mit einer Keule. Rudgar fand Dora und Domenica, die sich schützend vor Valentin warfen, hinter dem er eigentlich her war, erstach beide und wurde anschließend von Venetia so lange mit Worten gequält bis er sich im oberen Salon an einem Strick erhängte. Vorher allerdings hatte er Ottilie mit einem Bild erschlagen, die wiederum seine Kinder bezichtigte, ihre Kinder ermordet zu haben. Thybald tötete Laurenz im Duell, als Motiv darf die Affäre von Laurenz mit Felicitas gelten. Violetta starb durch Venetias giftigen Parfümflakon, Agnes warf ihren Mann Fredegar die Kellertreppe hinab, wo er sich das Genick brach und ersäufte sich anschließend selbst im Teich, Venetia und Valentin töteten sich gegenseitig im Hof und Arminius wurde von seinem Bruder Konstantin in seinem Arbeitszimmer mit einem kristallenen Briefbeschwerer erschlagen, nachdem ein vorangegangener Vergiftungsversuch fehlgeschlagen war. Eventuell hatte sich Arminius in sein Arbeitszimmer zurückgezogen, um in aller Eile noch ein letztes Testament zu verfassen.

Ende der Aussage.

(Anm. Assessorin Friedensreich: Glücklicherweise muß niemand Ordnung in dieses Wirrwarr bringen. Welch schändliche Zurschaustellung von Emotionen...)

Magister Brenner fragt, ob Kenntnis darüber bestünde, daß Pantaleon Corvin zu irgendeinem Zeitpunkt an den Vorfällen beteiligt gewesen sei. Frau Tamila sagt, es gäbe dafür keine Hinweise. Soweit alle wüßten, sei der Mann seit mehreren Jahren tot.

Magister Brenner fragt pro forma, ob drei Herren von Stand und Adel bereit seien zu beschwören, daß Pantaleon Corvin am Mordabend nicht anwesend gewesen sei und präzisiert auf Bitte der Herren ob drei Herrschaften von Stand und Adel bereit seien zu beschwören, daß sie zum gegenwärtigen Zeitpunkt keinerlei Kenntnisse darüber besäßen, daß Pantaleon Corvin in schuldhafter Weise in die Mordfälle verstrickt gewesen sei.
Es beschwören dies die Herren Pfeffersack, Berkenbrecht, von Felstal, Dragan ten Trakon und Frau Kiliana von Roßhagen.

Somit ist die absolute Erbbefähigung für Frau Bywater gegeben.

Magister Brenner richtet die Frage an Frau Dana ten Trakon, ob sie willens ist, den Anspruch anzufechten oder ob sie bereit ist, von der Erbfolge zurückzutreten. Frau ten Trakon bejaht Letzteres, sie wisse das Gut bei Frau Bywater in guten Händen und tritt hiermit von ihrem Anspruch zurück.
Magister Brenner fragt ob sie weitere Forderungen an die Erbmasse stellt. Frau ten Trakon verneint.

Das Urteil Magister Brenners ergeht:

Gänzlich forderungsfrei tritt Frau Dana ten Trakon von ihrem Erbanspruch zurück. Auf Basis der spekulativen Einschätzung der Ereignisse des Mordabends vor Jahr und Tag welche die Anwesenheit von Pantaleon Corvin und seine Beteiligung an den Verbrechen unter Leumund ausschließen, des Vorhandenseins einer Heiratsurkunde von Pantaleon Corvin, der Einladung von Frau Bywaters Eltern sowie der Taufurkunde, deren Echtheit aber noch nicht zweifelsfrei bestimmt wurde, belegt durch die Kirche Lothariens und in Abwesenheit jeglicher anderer Erbansprüche, ergeht folgendes Urteil:

Frau Cassandra Bywater wird hiermit zur Erbin von Haus, Hof und Titel Gut Ravensteins erklärt und ist fürderhin berechtigt, den Familiennamen Corvin, Frau von Ravenstein zu tragen, mit allen Rechten und Pflichten, die sich aus dem Codex hereditarium Corvinae ergeben.

Ein persönliches Wort von Magister Brenner an Frau Bywater:
„Res reperimus! So lautet der Mottospruch der Familie Ravenstein. Frau Bywater, Sie haben dem Motto alle Ehre gemacht, Sie haben wertvolle Dinge gefunden.“

Magister Brenner äußert mahnend die persönliche Bitte an Frau von Ravenstein, einem der mit seinen Ländereien angrenzenden Grafen Gefolgschaft zu schwören und Ravenstein an eine der Grafschaften anzugliedern, auf daß sich eine so häßliche und zeitraubende Angelegenheit niemals wiederholen möge.

Wappen und Familienbuch werden an Frau Cassandra Bywater übergeben, nunmehr mit vollem Namen Cassandra Cosima Estrella Corvin, Frau von Ravenstein.


Für das Protokoll:
Alle ausgesetzten Strafen wurden beglichen.
Magister Brenner gibt dem Einwand von Herrn Eysenschneid statt, der gegen das ihn und gegen Frau Gwen sowie Frau Finnwe verhängte Strafgeld wegen Unpünktlichkeit protestiert. Der Beginn des Verfahrens sei nicht offensichtlich gewesen, die fehlende Anwesenheit von Gerichtsdienern habe den Sachverhalt undeutlich gemacht. Die Strafe wird erlassen.

(Anm. Assessorin Friedensreich: Einmal wieder mit Profis arbeiten – unter dem alten Inquisitor wäre so etwas nicht passiert...)

Frau Tamila, Herr Miro und Herr Antonius werden für ihre Beihilfe zur Aufklärung mit je 2 Kupfer aus der Gerichtskasse entlohnt.


Gegeben zu Gut Ravenstein am 39. Urdoria 11237

gezeichnet:


Magister Arno Brenner, Assessorin Friedensreich

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